Wenn die Erde bebt und Hänge ins Rutschen geraten - Geographie zum Anfassen

Wie entstehen Naturkatastrophen? Welche Kräfte stecken hinter Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen? Und wie können Menschen sich vor solchen Naturereignissen schützen? Diesen spannenden Fragen gingen die Klassen 5b und 5f am Dienstag, 20.10.2026 zusammen mit ihren Geographie-Lehrkräften Herrn StR (RS) V. Elbert und Frau SemRin C. Leydel sowie dem Studienseminar Geographie im Lehr-Lern-Labor der Universität Würzburg auf den Grund. Unter dem Motto „Naturkatastrophen hautnah erleben“ erwartete die Schülerinnen und Schüler ein ereignisreicher Tag, an dem Staunen, Forschen und Experimentieren im Mittelpunkt standen.
Ausgestattet mit Neugier und Forschergeist machten sich die Kinder in Kleingruppen auf den Weg durch sechs abwechslungsreiche Stationen. Alle 40 Minuten wechselten sie den Themenbereich und tauchten in die faszinierende Welt der Naturkräfte ein. Dabei blieb es nicht beim bloßen Zuhören: Die jungen Forscherinnen und Forscher durften selbst aktiv werden, eigene Vermutungen anstellen und Naturphänomene durch Experimente untersuchen.
Besonders eindrucksvoll wurde es an der Station „Massenbewegungen“. Hier ließen die Kinder an einem steilen Hang einen lang anhaltenden Starkregen niedergehen. Was zunächst wie ein harmloses Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einem beeindruckenden Naturschauspiel: Schlamm und Gesteinsbrocken gerieten ins Rutschen und bahnten sich als sogenannte Mure ihren Weg ins Tal. Ein darunterliegendes Dorf wurde dabei zu großen Teilen verschüttet. So konnten die Schülerinnen und Schüler hautnah erleben, welche zerstörerische Kraft Wasser entfalten kann und wie gefährlich solche Ereignisse für Menschen und Siedlungen sind. Schutzmaßnahmen konnten von den jungen Forscherinnen und Forschern unmittelbar am Modell getestet werden.
Auch an der Station „Überschwemmungen“ wurde deutlich, wie eng menschliche Eingriffe und natürliche Prozesse miteinander verbunden sind. Die Kinder verglichen die Fließgeschwindigkeit eines begradigten Flusses mit der eines natürlichen Flusslaufs und untersuchten, wie unterschiedlich Wasser auf verschiedenen Untergründen versickert. Ob Betonfläche oder Rasengittersteine - die Experimente machten anschaulich sichtbar, warum versiegelte Böden das Risiko für Überschwemmungen erhöhen können.
Doch damit war die Entdeckungsreise längst nicht beendet. An den weiteren Stationen zu „Sturmfluten“, „Lawinen“, „Vulkanismus“ und „Erdbeben“ warteten weitere spannende Herausforderungen. Die Lehramtsstudierenden der Geographie-Didaktik verstanden es, komplexe Zusammenhänge verständlich und kindgerecht zu vermitteln. So wurden aus theoretischen Inhalten lebendige Erfahrungen, die zum Mitdenken, Ausprobieren und Staunen einluden.
Mal waren kreative Ideen gefragt, mal mussten Beobachtungen ausgewertet oder praktische Aufgaben gelöst werden. Die Kinder lernten dabei nicht nur, wie Naturkatastrophen entstehen und welche Kräfte dabei wirken, sondern beschäftigten sich auch mit der wichtigen Frage, wie Menschen sich schützen und Schäden möglichst begrenzen können.
Am Ende des erlebnisreichen Tages stand fest: Geographie kann weit mehr sein als Karten, Zahlen und Fachbegriffe. Sie wird besonders spannend, wenn man selbst forschen, experimentieren und Zusammenhänge entdecken darf. Begeistert und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kehrten die Schülerinnen und Schüler zurück.
Ihr gemeinsames Fazit: Dieser Exkursionstag war ein echtes Abenteuer -  und Geographie zum Anfassen macht richtig Spaß!

SemRin Christine Leydel
Fachschaft Geographie