Fair naschen, fair handeln – Besuch der Klasse 8b im Weltladen: Zwischen süßer Versuchung und globaler Verantwortung
Bereits beim Betreten des Weltladens war die besondere Atmosphäre spürbar. Zwischen den liebevoll eingerichteten Regalen mit Schokolade, Kaffee, Gewürzen, Kunsthandwerk und vielen weiteren Produkten aus aller Welt herrschte eine einladende und gemütliche Stimmung. Herzlich begrüßte Frau Schurse die Klasse 8b und führte mit großer Begeisterung in die Welt des Fairen Handels ein. Zum Einstieg erwartete die Gruppe ein Weltspiel: Auf einer großen Weltkarte sollte die Weltbevölkerung den einzelnen Kontinenten zugeordnet werden. Bei der Auflösung zeigte sich, wie unterschiedlich die Menschen auf der Erde tatsächlich verteilt sind. Anschließend wurde deutlich, wie ungleich der Ressourcenverbrauch auf die verschiedenen Kontinente verteilt ist. Der Vergleich zwischen Bevölkerungsanteil und Ressourcenverbrauch sorgte für Erstaunen und machte die weltweiten Unterschiede im Wohlstand eindrucksvoll sichtbar. Nachdenklich stimmte uns außerdem ein weiterer Fakt: Jedes Jahr werden weltweit riesige Mengen an Lebensmitteln produziert. Gleichzeitig werden Millionen Tonnen davon nie verzehrt, sondern in den Müll geworfen. Die Zahlen zur Lebensmittelverschwendung verdeutlichten eindrucksvoll, wie selbstverständlich häufig mit Lebensmitteln umgegangen wird. Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen an verschiedenen Stationen. Dabei verfolgten sie den Weg von der Kakaofrucht bis zur fertigen Schokoladentafel, setzten sich mit dem Nachhaltigkeitsziel (SDG) 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ auseinander und gingen im Weltladen selbst auf Entdeckungstour. Dort suchten sie gezielt fair gehandelte Produkte und erfuhren, woran diese zu erkennen sind. Besonders spannend war außerdem, dass während des Stationenlernens Produkte, zu denen Fragen entstanden, in einen Korb gelegt werden durften. So entstand eine bunte Sammlung, die am Ende gemeinsam besprochen wurde und genau die Themen aufgriff, die besonderes Interesse geweckt hatten. Eine Erkenntnis blieb vielen besonders im Gedächtnis: Die süße Versuchung hat ihren Preis. Wirklich fair produzierte Schokolade ist für deutlich unter fünf Euro kaum möglich, wenn alle Menschen entlang der Wertschöpfungskette gerecht entlohnt werden sollen. Zum Abschluss nahm sich Frau Schurse Zeit, alle gesammelten Produkte gemeinsam zu besprechen und offene Fragen zu beantworten. Eine gemeinsame Reflexion rundete den Vormittag ab. Der Besuch endete mit vielen neuen Eindrücken und der Erkenntnis, dass hinter jedem Produkt Menschen, Geschichten und harte Arbeit stehen – und dass bewusste Kaufentscheidungen einen wichtigen Beitrag zu mehr Fairness und Nachhaltigkeit leisten können.
StRefin Hilal Ayan